Gibt es in eurem Haushalt wesentlich mehr gedruckte, als gelesene Bücher? Blickt euch manchmal aus eurem Spiegel das schlechte Gewissen entgegen, nach dem Motto "Mist, wieder nix gelesen."

Mit diesen kleinen Tricks schleichen sich die unterschiedlichsten Bücher mühelos und dauerhaft in euren Alltag.

 

Bevor ihr meine TOP 5 Maßnahmen umsetzen könnt, solltet ihr eine Bestandsaufnahme machen.

Welche Kinder- und Jugendbücher, Fotobände und Co. haben sich im Laufe der Zeit angesammelt?

 

TOP 1 Spricht euch eines spontan besonders an, weil ihr in den letzten Tagen ein ähnliches Thema besprochen habt oder ein vergleichbares Erlebnis bevorsteht? (Wut, Freundschaft, Besuch im Tierpark) Legt dieses Buch direkt auf den Couchtisch oder neben das Kinderbett. So wird es euch am Abend auf jeden Fall nochmal "begegnen" und ihr könnt den guten Vorsatz durch gemeinsames schmökern umsetzen.

 

TOP 2 Sucht die Bücher heraus, deren Cover oder Titel euch spontan besonders ansprechen, (3-5). Stellt diese im Buchregal frontal auf, (wie ein Bild), anstatt sie wieder einzusortieren.

Wetten, dass mehrere Familienmitglieder sie in den nächsten Wochen fast autmatisch in die Hand nehmen? Denn, egal, wie lange sie bereits unbemerkt im Schrank standen, nun sind sie von jedem Vorübergehenden automatisch immer wieder wahrgenommen.

 

TOP 3 Wählt im Familienrat ein "Buch des Monats" und überlegt gemeinsam, wer es wann liest/vorliest/nacherzählt und was ihr sonst noch damit anstellen könnt, (Einschätzungen diskutieren, Alltag auf Relevanz des gelesenen prüfen, Quiz entwickeln). Setzt direkt einen festen Termin für den Austausch an und legt nach dem Austausch einen Termin fest, an dem das nächste Buch des Monats nominiert wird.

 

TOP 4 Neben einem "Buch des Monats" sind auch Mottoabende toll, um Bücher in den Mittelpunkt zu rücken. Wie wäre zum Beispiel ein Gedichteabend mit Popcorn, bei dem jeder sein Lieblingsgedicht vorliest. Oder ein Abend mit exotischem Essen, bei dem jeder seine liebsten 3 Bilder aus diversen Fotobänden präsentiert?

 

TOP 5 Während die Ablage von Büchern auf Couch- oder Esszimmertischen zum selbstverständlichen Griff zum Buch verführt, bietet die Platzierung an ungewöhnlichen Orten den Reiz der Verblüffung. Auf der Toilette arrangierte Sachbücher finden garantiert irgendwann Interesse. Origineller und mindestens ebenso wirkungsvoll sind Kühlschrank und Kopfkissen als Ablageort. Nicht nur Kinder werden stutzig, greifen zu und betrachten auch das außergewöhnlichste Werk detailliert.

 

Die Methoden, um Bücher in den Alltag zu integrieren sind leicht umzusetzen. Damit sie dauerhaft Wirkung zeigen, ist das Interesse aller Familienmitglieder entscheidend. Zeigt gegenseitiges Interesse. Fragt nach Details beim Abendessen, tauscht immer wieder Meinungen aus. Denkt um die Ecke und stellt euch die erlesenen Figuren und Handlungen in eurem Alltag vor. Bringt euch so gegenseitig auf neue Gedanken und erweitert die gemeinsame Welt.

 

Sicher überfällt euch dann beim nächsten Blick in den Spiegel kein schlechtes Gewissen. Sondern vielleicht die Idee einer packenden Fantasywelt? Oder ihr verbindet die Sommersprossen in eurem Gesicht mit Gedanken an die Wunschpunkte des Sams?

So vieles ist möglich...

Ich wünsche auf jeden Fall viel Spass beim testen.

 

Für alle, die gerne noch ein mehr Tipps hätten, empfehle ich "Wie man Kinder zum Lesen bringt" von Christine Paxmann und Johannes Thiele aus dem Thiele Verlag.

 

"Leseglück" aus dem Arena Verlag ist speziell für Eltern von Grundschülern gedacht. Es gibt nicht nur Tipps zum Lesen und zur Buchauswahl, sondern verdeutlicht auch anschaulich, welche Kraftanstrengung es Kinder kostet, aus dem erkennen einzelner Buchstaben zum verstehen ganzer Wörter und Sätze zu gelangen. An "Leseglück" haben sechs Autoren mitgewirkt, die alle ihre enorme Praxiserfahrung bis hin zu dauerhaften Fördermöglichkeiten eingebracht haben. Der Ratgeber ist praxisnah und motivierend geschrieben.

 

Ein ebeso kurzes, wie originelles Plädoyer fürs Lesen bietet Daniel Pennacs "Wie ein Roman" von KIWI. Entspannt gesteht es dem Leser zu, NICHT zu lesen, Seiten zu überspringen, Bücher zu mögen oder zu hassen. Und macht genau damit, enorme Lust zum Lesen. So schmal das Buch auch ist, die Gedanken hallen nach und beeinflussen nachhaltig.